06.11.2020


Qi Gong (Chi Kung) “das Qi pflegen"




Qi Gong ist ein Begriff, der etwa in den 1960er Jahren eingeführt wurde um alle Übungen und Übungssysteme, die sich mit der Pflege des Qi beschäftigen zusammen zu fassen. Beispiele dafür sind
Nei Gong (innere Arbeit), Yang Sheng (die Pflege des Lebens), DaoYin (das Qi führen und leiten und den Körper dehnen), Zhan Zhuang (Stehen wie ein Baum), Tai Ji Qi Gong, Hui Chun Gong etc.


Bewegungen, die Körper und Geist harmonisieren

Qi Gong hat einen festen Platz in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und ist dort eine wichtige Behandlungsmethode neben Akupunktur, Kräutermedizin und Tui Na Massage.

Die Lebensenergie (Qi) fließt durch Leitbahnen (die Meridiane) und versorgt so die verschiedenen Organsysteme und Körperzellen. Durch Qi Gong wird dieser Fluß verstärkt und eventuelle Blockaden (Qi-Stau) aufgehoben und Qi-Fülle harmonisiert.
Ist das Qi harmonisch in Fluss, ist der Mensch gesund. Fehlt Lebensenergie oder staut sie sich in bestimmten Organen oder Bereichen, bedeutet dies Unwohlsein und Krankheit. Durch Bewegung und Konzentration wird das Qi wieder zum Fließen gebracht, was Gesundheit fördert als auch das seelische Gleichgewicht stärkt.
Qi Gong wird zur Gesundheitspflege, Entspannung und zum Schulen der Konzentration und Merkfähigkeit praktiziert
Qi Gong sind Übungen in der Stille und in der Bewegung, Übungen zur Körperhaltung, meditative Konzentration und Atemübungen.

Wie wird Qi Gong praktiziert?

Qigong kann im Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen ausgeführt werden. Die Übungen können grundsätzlich drinnen oder draußen, allein oder synchron in einer Gruppe ausgeführt werden.
Qi (Lebensenergie) Gong (üben, pflegen) kann von jedem Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Fähigkeiten und Vorwissen erlernt und geübt werden. Qi Gong ist leicht zu erlernen, macht Spaß und wird im eigenen Lern- und Übungstempo geübt. Die Übungen werden immer wiederholt, bis die Abläufe vertraut sind und dann zu Hause selbständig praktiziert werden können. Wenn der Übungsablauf gelernt ist, wird das Erlernte weiter vertieft und die inneren Prinzipien, Nei Gong geübt. Dabei wird zusätzlich mit Vorstellung(s)kraft, Yi gearbeitet. Es eine stetige Steigerung ist möglich. Die erlernten Prinzipien können jeder Zeit in den Alltag eingefügt werden.

Qi Gong und Sport

können sich sehr gut ergänzen, weil die Ziele unterschiedlich gesetzt sind. Beim Sport und Gymnastik geht es hauptsächlich um die Verbesserung der motorischen Grundeigenschaften wie Kraft, Ausdauer und Flexibilität.
Beim Qi Gong ist es ein wichtiges Ziel den Fluss der Energie im Körper zu verbessern oder erst möglich zu machen.
Ein weiteres Ziel im Qi Gong ist mit der im Moment vorhandenen Energie bewusst sparsam umzugehen und den Körper nicht durch sportliche Überbelastung zu schwächen.
Zusätzlich werden im Qi Gong gezielt mentale Übungen zur Gesundheitsförderung eingesetzt.

 

Qi Gong wirkt sowohl auf rein körperlicher, als auch auf seelischer und geistiger Weise.

 

Körperliche Wirkungen

  • Die Körperhaltung wird verbessert, die Wirbelsäule aufgerichtet und beweglicher
  • Qi Gong führt zu einer Sensibilisierung des Körperbewusstseins
  • Beweglichkeit, Gleichgewichtssinn und Koordination werden gefördert
  • Der gesamte Organkreislauf wird harmonisiert
  • Qi Gong wirkt sich auf das Lymph-, Immunsystem und das Nervensystem positiv aus
  • Die körperliche Leistungsfähigkeit wird gestärkt
  • Muskeln werden besser durchblutet und gestärkt
  • Faszien, Sehnen und Bänder werden gedehnt und entfilz
  • Knochen werden elastisch
  • Gelenke werden sanft bewegt und geöffnet

  • Die Herzfrequenz wird verlangsamt und der Blutdruck reguliert
  • Der Atem wird vertieft
     
  • Qi (Energie) wird zusätzliche aufgenommen
  • Der Qi -Fluss in den Leitbahnen (Meridianen) wird verstärkt
  • Qi Gong stärkt die Abwehrkräfte und aktiviert die Selbstheilungskräfte
  • weitere Wirkungsbereiche sind z. B.:
    Rückenschmerzen, Haltungsschäden, Gelenkprobleme
    Stress, Schlafstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Reizmagen, -darm
    Herz und Kreislaufprobleme


Seelische und geistige Wirkung

  • der Geist wird ruhig und entspannt
  • die Gefühlswahrnehmung und Aufmerksamkeit werden geschult
  • durch Entspannung löst sich emotionaler Druck, seelisches Unwohlbefinden und fördert den geistigen und seelischen Ausgleich
  • Das Selbstwahrnehmung und der Selbstwert werden gefördert.
  • führt so zu einem besseren Körpergefühl. 

 

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind bei Qi Gong nicht bekannt. Die Übungen ersetzen jedoch keine medizinische Behandlung. Sie können aber eine Therapie unterstützen. Eingesetzt wird Qi Gong als begleitende Maßnahme unter anderem in der Schmerztherapie, in der Krebsbehandlung, bei Burnout, sowie in der Rehabilitation nach schweren Erkrankungen. In diesen Fällen sollten Betroffene mit dem Arzt Rücksprache halten.



 

Nei Gong (Nei Kung) "innere Arbeit"

Nei Gong bezieht sich auf eine Reihe von Atem-, Meditations- und spirituellen Übungen, die darauf abzielen, Stille, Entspannung und bewusste Bewegung zu fördern. Diese Praxis zielt darauf ab, den Atem mit der Bewegung zu verbinden, das Bewusstsein für die Bewegung des Körpers zu entwickeln und die gesamte Spannung im Körper zu lösen. Obwohl es Ähnlichkeiten zwischen den Bewegungen von Nei Gong und Qi Gong gibt, besteht der Hauptunterschied darin, dass sich Qi Gong auf Energiearbeit oder die Kultivierung von Qi konzentriert, während Nei Gong als eine interne Praxis betrachtet wird, die sich auf die Elastizität des Körpers konzentriert.

Nei Gong basiert auf Entspannung und subtiler Bewegung, Die Übungen sind eine Mischung aus Gewichtsverlagerungen in den Beinen und Drehbewegungen des Oberkörpers, die sich nach außen zu den Armen erstrecken. Der Ausgangspunkt dieser Bewegungen ist das untere Dan Tian. Sie sind auch ein wesentlicher Bestandteil der inneren Kampfkünste. Ebenso erhöhen sie die Beweglichkeit der Gelenke und fördern die richtige Ausrichtung, sie entgiften die Organe und fördern die Gesundheit.

 


Zhan Zhuang
„Stehen wie ein Baum“ / „Dynamisches Stilles Stehen“
"Bewegtes Stilles Stehen" / Qi Gong im Stehen.

Dabei wird innere Kraft entwickelt und ist Basis für die Gesundheitsübungen und den inneren Kampfkünsten. Es vermehrt die "drei Schätze" Jing, Qi und Shen (Essenz, Energie und Geist)

Mit Zhan Zhuang bezeichnet man allgemein das „Stehen wie ein Baum“. Äußerlich unbewegt erscheinende Qi/Nei Gong-Übungen, die auf den Prinzipien von Yin-Yang basieren.

Äußere Bewegung - innere Ruhe.
Äußere Ruhe - innere Bewegung.

Äußerlich unbewegt, jedoch das Eigentliche läuft im Inneren, im nicht sichtbaren Bereich ab. Je nach der inneren Arbeit oder Körperposition dabei, kann „das Stehen“ auch körperlich sehr fordernd werden. Je nach körperlicher Verfassung kann man auch im Sitzen, sogar im Liegen „das Stehen“ üben.

Man unterscheidet zwischen

           Yangsheng Zhuang = Stehen für Gesundheit, Entspannung Meditation usw. 
           Jiji Zhuang = Stehen für die Kampfkunst z. B. dem Yi Quan (auch Da Cheng Quan)

Man sagt auch Tai Ji Quan ist Zhang Zhuang in Bewegung.

Je weniger man sich mit äußeren Bewegungen beschäftigt, umso mehr kann man sich mit inneren Prozessen beschäftigen. Wie z. B. die Wahrnehmung, das Fühlen des Körpers sowie die Spannung der Muskeln und Sehen etc.. Durch die mentale Arbeit wird das Nervensystem sowohl sanft angeregt als auch beruhigt. Dies hat positive Auswirkungen auf alle Bereiche des Körpers und des Geistes.

Körperlich wirkt Zhan Zhuang sich auf das Bindegewebe, die Tiefenmuskulatur und die tieferen Schichten des Körpers aus. Dadurch wird der Körper im Innern stärker, eine sehr gute Feinkoordination wird ermöglicht. Verspannungen lösen sich und die Körperhaltung wird verbessert.

Oft wird das Stehen „außen ruhig und innen ruhig“ unterrichtet, jedoch macht Zhan Zuang erst dann Sinn, wenn man „außen ruhig und innen bewegt“ ist.

Vorteile von Zhan Zhuang:

  • es ist in jedem Alter erlern- und erfahrbar
  • man muss sich keine komplizierten Bewegungsabläufe merken
  • geringer Platzbedarf – hinstehen oder hinsetzen kann man sich überall
  • es stärkt den ganzen Körper, die Seele und den Geist
  • es fördert das auch Durchhaltevermögen auch im Alltag
  • es ist für Anfänger leicht zu erlernen
  • für Fortgeschrittene bietet es eine endlose Tiefe
  • Ruhe lernt man mit am besten, indem man immer wieder aktiv übt, zur Ruhe zu kommen

 

Es gibt nicht nur eine Standposition, sondern je nach Anwendung gibt es viele verschiedene Positionen. Es gibt auch Positionen auf einem Bein oder im Sitzen, sowie im Liegen.

Jede dieser Positionen wird längere Zeit mit den Vorstellungen der später beschriebenen

Bildern gehalten.

 

Basis-Position:

 

  • Vorbereiten – Sammeln. Hände auf dem unteren Dan Tian
  • WuJi-Position - zwei Taschen tragen.
     
  • Einen Baum (oder einen Ball) halten und umarmen.
  • Einen Ballon tragen und umarmen.
  • In einem Ball (oder hohlen Baum) stehen. 
  • Zwei Bälle im Wasser heben und drücken.  

 

  • WuJi-Position - zwei Taschen tragen.
  • Abschluss – Sammeln. Hände auf dem unteren Dan Tian

 

Durch ein geistiges und körperliches Entspannen wird die benötigte Muskelkraft reduziert und die innere Kraft entsteht, unterstützt durch eine optimale innere Struktur. Die Kraft entwickelt sich aus der Entspannung.

Die unterschiedlichen Standpositionen strukturieren die Körperhaltung, öffnen die Gelenke, Faszien und Organe werden gelöst, sodass Energie, Blut und sonstige Flüssigkeiten frei im Körper fließen können, um an verschieden Stellen zu wirken. Dabei ist das untere Dan Tian (Xia Dan Tian) das elementare Zentrum.

Der Atem ist natürlich und wird nur beobachtet und auf keinen Fall forciert. Er folgt von alleine der Bewegung und nicht die Bewegung der Atmung.

 

 

Wie man steht

 

Nicht mit Wollen sondern mit der Kraft der Vorstellung (Yi) wird trainiert. Keinesfalls wird mit einer großen Willenskraft eine Position möglichst lange ausgehalten, sondern es wird geübt durch Loslassen, ohne die Position zu verlieren, immer entspannter stehen zu können. Dazu wird die Vorstellungskraft benutzt, wobei die Bilder der Positionen behilflich sind. Anfangs kann das sehr anstrengend und zehrend sein, jedoch mit der Zeit fällt es immer leichter. Verkrampfungen, Blockaden und Spannungen werden abgebaut und man kann sehr lange stehen ohne zu ermüden.

 

Die Grundpositionen:

  • Man steht schulterbreit und spürt dabei neun Punkte auf dem Boden.
  • Die Füße sind parallel.
  • Die Knie sind gebeugt.
  • Die Hüfte wird sanft fallen gelassen und fühlt sich weich an.
  • Der Rumpf ist aufgerichtet (Drachenkörper). Dabei wird die Wirbelseite aufgerichtet, jedoch das Brustbein sinkt leicht ein.
  • Die Schultern sinken nach außen ab (Bärenschultern)
  • Die Arme sind rund und die Finger sind leicht geöffnet (Affenhände).
  • Die Handgelenke sind weich und locker.
  • Der Kopf ist am Scheitelpunkt (Bai Hui) an einen Faden aufgehängt oder schwimmt wie eine Boje auf dem Wasser. Dadurch wird der Nacken gestreckt.
  • Das Kinn sinkt leicht nach unten.

 

Dadurch wird die Wirbelsäule aufgerichtet und das Qi kann besser fliesen.

 

 

Die Vorstellungen:

  • Sich auf einen großen Ball setzen
  • einen kleinen Ball zwischen den Knien halten
  • die Arme und Hände auf Bällen ablegen
  • mit dem Kinn einen kleinen Ball halten
  • Man verwurzelt tief im Boden, wie ein Baum
  • Zwischen den Fingern, Händen und den großen Gelenken befinden sich Spiralfedern, die gedrückt und gezogen werden.
  • Ebenso die Vorstellung des Drachenkörpers, der Bärenschulter, der Affenhände und der Boje, die auf dem Wasser schwimmt.
  • Oben leicht und unten schwer. 70/30

 

  •  Man steht in warmen Wasser und eine Welle kommt von hinten.

Damit man nicht nach vorn gedrückt wird lehnt man sich gegen sie nach hinten und unten, indem man das Gewicht etwas auf die Fersen verlagert und sich leicht mit den Zehen festhält. Jedoch nur so viel wie nötig um nicht von der Welle bewegt zu werden und man sich ohne Mühe in Balance halten kann.

Dann kommt die Welle von vorne und man lehnt sich ihr entgegen nach vorne und oben, indem man das Gewicht etwas auf die Fußballen verlagert, die Fersen bleiben am Boden kleben. Jedoch nur so viel wie nötig um nicht von der Welle bewegt zu werden und man sich ohne Mühe in Balance halten kann.

Man bleibt im Boden verwurzelt wie ein Baum

 

All dies sind gute Bilder, um das Stehen besser wahrzunehmen zu können und auch um sich selbst zu korrigieren. Mit der Zeit beginnt man ein Gefühl für die richtige Haltung, die ausreichende Spannung, um die Position halten zu können und dabei zu entspannen.

 

 

Die Bewegungen erfolgen innerlich und sind von außen als solche nicht, kaum erkennbar. Sie pulsieren gleichzeitig in alle drei Dimensionen, in alle 6 Richtungen.

Vor und Zurück – Sinken und Steigen - Öffnen und Schließen

Dadurch werden alle Muskeln (Agonist und Antagonist), Sehnen und Faszien ständig wechseln angesprochen. Es ist ein steter Wechsel von anspannen und entspannen, von füllen und leeren, von prall und weich sein.

Das Qi wird durch die Vorstellung bewegt. Der Qi-Fluss wird wahrgenommen und geführt.

Die Atmung ist sanft, natürlich und wird nicht forciert nur beobachtet. Sie folgt der Bewegung nicht die Bewegung der Atmung.

Die Bewegungen werden mit der Zeit immer kleiner und die Gefühle immer unklarer, wird man von der Welle gedrückt oder macht man Bewegung selbst.

 

Wie lange und wie oft übt man

 

Es heißt man soll beharrlich üben (Gong Fu). Das bedeutet besser täglich, wenn auch nur wenig, als einmal die Woche viel üben. Optimalerweise übt man täglich mindestens 3-5 Minuten jede Position also 12-15 Minuten. Plus 2 Minuten Vorbereitung, plus 2 mal 2 Minuten die WuJi-Position, plus 2 Minuten Abschluss. Dies kann auf 30-60 Minuten und mehr gesteigert werden.

Das kommt einem lang vor, jedoch andere Sportarten, wie Laufen, Walken oder sonstige Fitness werden in sinnvoller Weise ähnlich lang und oft praktiziert.

 

 

 


Chan Mi Gong (Geheime Zen Übung)

(Ursprünglich eine tibetanische, buddhistische Übung)

 

Im Chan Mi Gong gibt es 3 Basisübungen, die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu fördern.

Man steht wie im Parallel-Stand die Fußspitzen leicht nach außen geöffnet. Die Knie nicht gebeugt und nicht gestreckt. Die Arme sind leicht gerundet und entspannt an den Seiten.

 

  1. Übung ist eine Wellenbewegung der Wirbelsäule.
    Das Steißbein bewegt sich nach vorne, dann rundet sich die Wirbelsäule, Wirbel für Wirbel ebenso nach vorne bis zum 1. Halswirbel. Der Kopf bewegt sich mit wird aber nicht zusätzlich gebeugt.

Nun bewegt sich das Steißbein nach hinten, dann rundet sich die Wirbelsäule, Wirbel für Wirbel ebenso nach hinten bis zum 1. Halswirbel. Der Kopf bewegt sich mit wird aber nicht zusätzlich gebeugt.

 

  1. Übung ist eine Pendelbewegung der Wirbelsäule.
    Das Steißbein bewegt sich nach rechts, dann rundet sich die Wirbelsäule, Wirbel für Wirbel nach links bis zum 1. Halswirbel. Der Kopf bewegt sich mit wird aber nicht zusätzlich gebeugt.

Nun wieder Wirbel für Wirbel in die Grundposition aufrichten.

Nun bewegt sich das Steißbein nach links, dann rundet sich die Wirbelsäule, Wirbel für Wirbel nach rechts bis zum 1. Halswirbel. Der Kopf bewegt sich mit wird aber nicht zusätzlich gebeugt.

 

  1. Übung ist eine Spiralbewegung der Wirbelsäule.

Das Steißbein und die Hüfte drehen nach rechts etwa 45°. Die Knie bleiben über den Füssen und drehen nicht mit.

Dann dreht die Taille weiter. Die Knie bleiben über den Füssen und drehen nicht mit.

Dann die Brustwirbelsäule. Die Knie bleiben über den Füssen und drehen nicht mit.

Zum Schluss dreht die Halswirbelsäule nach hinten. Die Knie bleiben über den Füssen und drehen nicht mit.

Zur Mitte kommen und dann in gleicher Weise auf die andere Seite drehen.

 

  1. Übung man kombiniert die 3 Bewegungen in freier Form aus den Bauchzentrun (unteres Dan Tian). Arme und Beine sind wie die Organe mit der Wirbelsäule verbunden somit werden sie dadurch automatisch mit bewegt und massiert.

 


Tai Ji (Tai Chi) bezeichnet das höchste Prinzip des Kosmos

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Tai Ji ist ein philosophisches Konzept und bezeichnet vor allem die Einheit der sich ergänzenden Gegensätze des Yin und Yang. Es drückt aus, dass alle Dinge in der Welt der Erscheinungen letztendlich in Harmonie stehen und dass auch scheinbare Gegensätze (z. B. Licht und Schatten) aus demselben Urzustand hervorgehen.
Nach daoistischer Lehre ist das Tai Ji aus dem Wu Ji, dem Nicht-Sein, der Leere, entstanden.

 

Aus dem Tai Ji hingegen geht die gesamte Welt der Erscheinungen hervor (Wan Wu).

Beim Tai Ji Qi Gong lernt man im Gegensatz zum Tai Ji Quan einzelne grundlegende Bewegungen, die man beliebig oft Wiederholen kann. Die Bewegungen werden mit dem Atem verbunden und haben auch eine meditative Wirkung.
Äußerlich sind die Tai Ji Qi Gong-Übungen einfach, jedoch die inneren Prinzipien zu erlernen ist schwieriger und bedarf einigen an Ausdauer. Jede Übung kann für sich alleine intensiv geübt werden.
Tai Ji Qi Gong wird auch in chinesischen Kliniken zur Erhaltung der Gesundheit praktiziert.

Tai Ji Qi Gong die 15 Ausdrucksformen des Tai ji Qi Gong nach Prof. Jiao Guo Rui

Die 15 Ausdrucksformen des Tai Ji Qi Gong lassen  sich bis in die Tang-Dynastie (618 bis 907 n. Chr.) zurückverfolgen.  Der Daoist Xu Xuan Ping entwickelte die 13 Ausdrucksformen der Tai Ji-Pfahl-Übungen, welche man als die Urform ansehen kann. Dabei kombinierte er die „8 angeborenen (naturgegebenen) Ausdrucksformen“ (Xian Tian Ba Shi) mit „Inneren Übungen“ (Nei Gong)

Die „13 Ausdrucksformen der Taiji-Pfahl-Übungen“ sind einerseits eine Methode zur Pflege des Lebens (Yang Sheng) und gleichzeitig eine Kampfkunst (Quan Shu).

Der Arzt für TCM und Qi Gong-Meister Professor Jiao Guo Rui hat 1961 aus den „13 Ausdrucksformen der Tai Ji-Pfahl-Übungen“ die „15 Ausdrucksformen des Tai Ji Qi Gong“ entwickelt. Dazu hat er viele alte Dokumente ausgewertet, die zum Teil schwer verständlich, unvollständig und fehlerhaft waren. Ebenso hat die vielen mündlichen Überlieferungen zu dieser Übungsmethode mitberücksichtigt.
Prof. Jiao Guo Rui sagt über diese Übungen:

  • Sie beinhalten die Prinzipien des Qi Gong
  •  Sie stellen eine Tai Ji-Übungsmethode dar
  • Sie sind symmetrisch und ausgewogen bezüglich rechts und links, oben und unten, öffnen und schließen, steigen und sinken, vorne und hinten, Yin und Yang
  • Sie verbinden Übungen-in-Ruhe mit Übungen-in-Bewegung
  • Sie sind auf alle anderen Qi Gong und Tai Ji Quan-Formen übertragbar.


Tai Ji Quan (Tai Chi Chuan) Yang Stil

Tai Ji Quan ist kurz gesagt eine Kampfkunst, die auf diesem philosophischen Konzept des Tai Ji (Yin und Yang) basiert, die meisten chinesischen Kampfkünste haben den Begriff "Quan" in ihrem Namen.

Tai Ji (das Höchste) Quan (Faust) ist eine innere Kampfkunst und wird als Form (aufeinander folgende, fließende ineinander übergehende Bewegungen) gelernt. Die Form wird synchron in der Gruppe geübt. Lehrer und Lernende führen sie in der Regel gleichzeitig aus. Dabei gelten die gleichen Prinzipien wie im Qi Gong und im Nei Gong.  Die Bewegungen werden langsam, natürlich und entspannt ausgeführt. Denn nur was man langsam und korrekt kann, kann man auch schnell, jedoch nicht umgekehrt.
Beim Üben werden die Faszien (Sehnen und Bänder) trainiert, die Muskeln und Knochen gestärkt und die Körperhaltung verbessert.
Tai Ji Quan führt zu innerer Ausgeglichenheit, Entspannung, Ausdauer, Aufmerksamkeit, Wohlbehagen und Gesundheit. Es schult die innere Kraft (Jin)
Im Tai Ji wird auch das "Stille Stehen" (Zhan Zhuang) geübt, was jedoch oft etwas stiefmütterlich behandelt wird. Obwohl manche sagen Tai Ji ist Zhan Zhuang in Bewegung.

Der Yang Stil ist auch für Menschen, die eine schwächere Konstitution haben, gut geeignet, da die weichen, langsamen Bewegungen die Jin-Kraft kultivieren statt „rohe Muskelkraft" aufzubauen. Er kann sowohl kämpferisch, als auch meditativ, sowie unter den Aspekten der Gesundheitsförderung geübt werden. Wobei Tai Ji letztlich eine Kampfkunst ist und bleibt.
Im Yang Stil gibt es seit der Entwicklung von Yang Lu Chan (1799-1872) sehr viele verschiedene Zweige mit unterschiedlichen Ansätzen und Qualitäten. Der hier angebotene Stil ist der folgende Zweig.
Yang Lu Chan, Yang Jian Hou , Yang Cheng Fu, Yang Shou Zhong, Ip Tai Tak, Ding Teah Chean „John Ding“

Das offiziell von der Familie Yang autorisierte Tai Ji Quan gilt als authentisch, weil es auf der Familientradition beruht und von Generation zu Generation unterrichtet und jedem Linienhalter immer eine Lehrerlaubnis durch die Yang Familie erteilt wurde.

 

 


Yi Quan (I Chuan)


Yi
(Vorstellung) Quan (Faust) ist eine innere Kampfkunst, die ohne feste Form gelernt wird.

Mit einfachen Übungen wird gelernt Geist und Körper zusammen einzusetzen. Der Körper ist ausgeglichen und im Gleichgewicht, die Gelenke sind entspannt und beweglich, Sehnen und Muskeln sind in einem Zustand zwischen Spannung und Entspannung.
Yi Quan ist Kampfkunst, Meditation und Gesundheit förderndes Qi Gong in einem.

Es wurde von Wang Xiang Zhai (1886-1963) entwickelt.

Er kritisierte an den  großen Inneren Kampfkünsten Tai Ji Quan, Ba Gua Zhang und Xing Yi Quan, dass sie sich zu sehr um die Form kümmern würden und dabei das letztlich Wesentliche vernachlässigen.

„Nach vierzigjähriger Erfahrung bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass alle echte Stärke aus ursprünglicher, selbstloser Leere hervorgeht und daß diese Leere dadurch erzielt werden kann, dass man seine Aufmerksamkeit auf die kleinen, subtilen Bewegungen des Körpers richtet.“ Wang Xiang Zhai

Yi Quan besteht aus nichts anderem, als den Grundprinzipien und der Essenz der Inneren Kampfkünste. Daher kann Yi Quan die Fertigkeiten in jeder Kampfkunst verbessern.
Kleine innere Bewegungen stehen im Mittelpunkt der Übungen und nicht äußere Figuren.
“Die Leute suchen das Übernatürliche und sehen nicht, dass die Wunder im Natürlichen und Gewöhnlichen liegen.“ Wang Xiang Zhai
Die Standmeditation (Zhan Zhuang) ist Basis für das Yiquan Training. Einfach nur stehen. Der Geist wird durch das Stehen gezwungen, intutiv den Weg der Gesundheit und Selbstheilung, sowie der Inneren Kampfkunst zu gehen. Dann folgen kleine Bewegungen

Der Geist, die Vorstellungskraft fördert so die inneren Prozesse und so entwickeln ein Gefühl für den Körper.
Wang Xiang Zhai betonte im Laufe der Zeit immer mehr den gesundheitlichen Nutzen der Yi Quan Übungen. Er lehrte es auch zur Gesundheit und nicht nur zur Kampfkunst.




ENDE




28.04.2019
Qi Gong kennenlernen

Qi Gong - Zhan Zhuang Qi Gong - Tai Ji Qi Gong - Tai Ji Quan - Yi Quan
kennenlernen, erleben, einfach mal reinschnuppern.

* Bewegungen, die Körper und Geist harmonisieren *
Qi Gong hat einen festen Platz in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und ist dort eine wichtige Behandlungsmethode.
Der Begriff Qi Gong (oder auch Qigong, Chi Kung) kann folgendermaßen übersetzt werden. Qi (Chi) für Lebensenergie und Gong (Kung) für Üben/Pflegen ab. Dieses Üben/Pflegen ist eine Möglichkeit, Krankheiten abzuwehren und ein langes Leben zu erreichen.

* Wie funktioniert Qi Gong? *
Die Lebensenergie (Qi) fließt durch Energiebahnen (die Meridiane) und versorgt so die verschiedenen Organsysteme und Körperzellen. Durch Qi Gong wird dieser Fluß verstärkt und eventuelle Blokaden (Qi-Stau) aufgehoben und Qi-Fülle harmonisiert.
Ist das Qi harmonisch in Fluss, ist der Mensch gesund. Fehlt Lebensenergie oder staut sie sich in bestimmten Organen, bedeutet dies Unwohlsein und Krankheit. Durch Bewegung und Konzentration wird das Qi wieder zum Fließen gebracht, was Gesundheit fördert als auch das seelische Gleichgewicht stärkt.
Qigong sind Übungen in der Stille und in der Bewegung, Übungen zur Körperhaltung, meditative Konzentration und Atemübungen.

* Wie wird Qi Gong praktiziert? *
Qigong kann im Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen ausgeführt werden. Die Übungen sind leicht zu erlernen und fast überall zu praktizieren. Sie können grundsätzlich drinnen oder draußen, allein oder synchron in einer Gruppe ausgeführt werden.

* Wobei hilft Qi Gong? *
Qi Gong wird zur Gesundheitspflege, Entspannung und zum Schulen der Konzentration und Merkfähigkeit praktiziert. Qi Gong aktiviert die Selbstheilungskräfte, verbessert die Selbstwahrnehmung, fördert den Gleichgewichtssinn und die Beweglichkeit und führt so zu einem besseren Körpergefühl. Bei regelmäßigem Üben wird der Atem vertieft, die Haltung verbessert, Muskeln werden besser durchblutet, Gelenke sanft bewegt und geöffnet, sowie Sehnen gedehnt, die Wirbelsäule aufgerichtet. Die Bewegungen wirken positiv auf das Nerven- und Kreislaufsystem und stärken die Abwehrkräfte. Weitere Wirkungsbereiche sind:
•Rückenschmerzen, Haltungsschäden, Gelenkprobleme
•Stress, Schlafstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Reizmagen, -darm
•Herz und Kreislaufprobleme
•Zur Entspannung und lösen von emotionalem Druck, seelischem Unwohlbefinden und geistigem Ausgleich
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind bei Qi Gong nicht bekannt. Die Übungen ersetzen jedoch keine medizinische Behandlung. Sie können aber eine Therapie unterstützen. Eingesetzt wird Qi Gong als begleitende Maßnahme unter anderem in der Schmerztherapie, in der Krebsbehandlung, bei Burnout sowie in der Rehabilitation nach schweren Erkrankungen. In diesen Fällen sollten Betroffene mit dem Arzt Rücksprache halten und sich in Obhut eines erfahrenen Lehrers begeben.(nachträglich bearbeitet)


ENDE




18.05.2019

Zhan Zhuang Qi Gong  

Stehen wie ein Baum“ / „Bewegtes Stilles Stehen“

 

Zhan Zhuang ist für Anfänger leicht zu erlernen und in jedem Alter erlern- und erfahrbar. Man muss keine komplizierten Bewegungsabläufe erlernen. Für Fortgeschrittene bietet es endlose Tiefe. Es stärkt den Körper, die Seele und den Geist, verbessert die Gesundheit, die Körperhaltung und fördert die Selbstheilungskräfte. Man kann beinahe überall trainieren, denn es benötigt nur wenig Platz – hinstehen oder hinsetzen kann man sich überall.

 

Jede Unterrichtseinheit beginnt mit bewegten Qi Gong-Übungen, um die Gelenke zu lockern, die Muskeln zu entspannen und um die Faszien zu lösen. Danach wird das Zhang Zhuang Gong das „Qi Gong Stehen“ stufenweise erlernt. Zum Abschluss werden nochmals bewegte Qi Gong-Übungen gemacht.

 

Die guten Dinge sind meistens die Einfachsten.  Zhan Zhuang ist eine der ältesten, ursprünglichsten sowie wichtigsten und effektivsten Übungen, die auf den Prinzipien von Yin-Yang basieren. Das Nervensystem wird sowohl sanft angeregt als auch beruhigt. Dies hat positive Auswirkungen auf  die  Gesundheit, den Körper, die Atmung und den Geist.

Äußere Bewegung - innere Ruhe. / Äußere Ruhe - innere Bewegung.

Äußerlich unbewegt, jedoch das Eigentliche läuft im Inneren, im nicht sichtbaren aber fühlbaren Bereich ab. Abhängig von der inneren Arbeit oder der Körperposition, kann „das Stehen“  sehr fordernd werden. Je nach körperlicher Verfassung kann man auch im Sitzen, sogar im Liegen „das Stehen“ üben. Man unterscheidet zwischen Yangsheng Zhuang = Stehen für Gesundheit, und Jiji Zhuang = Stehen für die Kampfkunst.

 



10.06.2019 VHS-Emmendingen

Zhan Zhuang Qi Gong - Bewegtes Stilles Stehen

Die guten Dinge sind meistens die Einfachsten.  Zhan Zhuang ist eine der ältesten, ursprünglichsten sowie wichtigsten und effektivsten Qi Gong-Übungen, die auf den Prinzipien von Yin-Yang basieren.
Äußere Bewegung - innere Ruhe. / Äußere Ruhe - innere Bewegung.
Äußerlich unbewegt, jedoch das Eigentliche läuft im Inneren, im nicht sichtbaren aber fühlbaren Bereich ab. Abhängig von der inneren Arbeit oder der Körperposition, kann „das Stehen“  sehr fordernd werden. Je nach körperlicher Verfassung kann man auch im Sitzen, sogar im Liegen „das Stehen“ üben. Man unterscheidet zwischen Yangsheng Zhuang = Stehen für Gesundheit, und Jiji Zhuang = Stehen für die Kampfkunst.
Je weniger man sich mit äußeren Bewegungen beschäftigt, umso mehr kann man sich mit inneren Prozessen beschäftigen. Wie z. B. die An- und Entspannung der Muskeln und Sehen, die Atmung sowie die Haltung etc.. Durch die geistige Arbeit wird das Nervensystem sowohl sanft angeregt als auch beruhigt. Dies hat positive Auswirkungen auf  die  Gesundheit, den Körper, die Atmung und den Geist.

Leitung: Knut Reister, Tai Chi- und Qigong-Lehrer

Reute, Eichmattenschule
Hinter den Eichen 3
Raum der Stille

6-mal donnerstags,  33,00 €.
20:10-21:10 Uhr
Beginn: 17.10.2019




10,06.2019

EEB-Freiburg
Zhan Zhuang Qi Gong - "Bewegtes Stilles Stehen"


Zhan Zhuang ist in jedem Alter und auch für Anfänger leicht erlern- und erfahrbar. Es stärkt den Körper, die Seele und den Geist, verbessert die Gesundheit, die Körperhaltung und fördert die Selbstheilungskräfte. Jede Unterrichtseinheit beginnt mit bewegten Qi Gong-Übungen, um die Gelenke zu lockern, die Muskeln zu entspannen und um die Faszien zu
lösen. Danach wird das „Qi Gong stehen" stufenweise erlernt. Zum Abschluss erfolgen nochmals bewegte Qi Gong-Übungen.

Leitung: Knut Reister, Lehrer für Qi Gong und Tai Ji

dienstags
19:45 - 20:45 Uhr
ab 12.11.19 - 17.12.19
6 x (außer in den Schulferien)           € 48,00


Bitte melden Sie sich schriftlich an.


Ernst-Lange-Haus,
Habsburgerstraße 2
D (0761) 70 86 342
eeb.freiburg@kbz.ekiba.de


Anmeldung erforderlich bis 05.11.19

Besonderheiten
Geübt wird in bequemer Kleidung, Socken, Gymnastikschuhen oder barfuss.





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